INFORMATIONEN ZU DEN ROUTEN

ROUTEN UNGEAHNTER SCHÖNHEITEN

Der Zyklus „Routen ungeahnter Schönheit“ wurde ursprünglich als klassisches Druckmaterial vom Verkehrsbüro beim Magistrat der Stadt herausgegeben und umfasst vier thematische Routen, die höchst interessante Stellen der Stadt Ústí nad Labem zeigen. Diese Web-Applikation überführt die ursprüngliche Broschüre in interaktive Kartenform und ergänzt die einzelnen Standorte mit neu aufgenommenen Fotos, Adressen, GPS und weiteren Angaben. Die App stellt gleichfalls den Routenverlauf dar einschließlich Zusatzinformationen und Höhenprofilen.

Druckmaterial in PDF:

Ústí nad Labem, die größte Stadt im Kreis Ústí, kann sich einer ganzen Reihe beneidenswerter Superlative rühmen, die landes-, europa- und sogar weltweit absolute Spitze sind. Dieser strategische Punkt am größten tschechischen Fluss ist schon zur Zeit der Přemysliden zu einer wichtigen Burgstätte gemacht worden. Die königliche Freistadt ist hier im 13. Jh. herangewachsen, auch wenn sie für den größten Teil ihrer Existenz eher nur ein schläfriges Städtchen im malerischen Elbtal war, dessen Zauber im 19. Jh. bedeutende Persönlichkeiten der europäischen Kultur erlegen sind, wie z.B. der Komponist Richard Wagner, der Naturwissenschaftler und Forschungsreisende Alexander von Humboldt oder der Schriftsteller Karl May. Aber die nahen riesigen Braunkohlevorkommen und Verkehrswege haben der Stadt ein anderes Schicksal beschert. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts ist das verträumte Ústí zur führenden Industriemetropole der ganzen Donaumonarchie herangewachsen. Hier standen die erste Chemiefabrik, die größte Flaschenfabrik, die erste Zellulosefabrik, der älteste Hefepressbetrieb, ein riesiger Rangier- und Güterbahnhof, voll ausgelastete Häfen usw. Diese pulsierende Stadt hat erfolgreiche Söhne und Töchter hervorgebracht wie Rudi Sieber, Filmproduzent und Ehemann der berühmtesten deutschen Schauspielerin Marlene Dietrich, den reichsten Unternehmer der Zwischenkriegs-Tschechoslowakei Ignaz Petschek, den größten tschechischen Befehlshaber im ersten Weltkrieg Eduard Kadlec, die erste Filmerin Martha Schichtová, die die Welt umreiste, Heinz Edelmann, den Maler und Erfinder des berühmtesten U-Boots, nämlich des Films Yellow Submarine mit den Beatles, den derzeit tschechischen meistgelesenen Schriftsteller Vladimír Páral und weitere. Finden Sie nicht, dass so viele Superlative für eine einzige Stadt mehr als genug sind? Dann wollen wir uns aufmachen und direkt in den Aussiger Straßen noch mehr davon finden …

Die königlich-böhmische Provinzstadt Ústí nad Labem ist in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts zur führenden Industriemetropole der österreichisch-ungarischen Monarchie aufgestiegen. Die neue Stellung der Stadt hat sich in ihrem Panorama aber nicht nur in Form von immer mehr Fabrikhallen und hohen Schloten widergespiegelt. Die Hänge oberhalb der Stadt füllten sich nach und nach mit protzigen Palästen der örtlichen Fabrikanten und Geschäftsleute. Die Konzentration eines weit und breit nie dagewesenen Luxus stand im krassen Widerspruch zur schmuddeligen Industriearchitektur. Die neue führende Gesellschaftsschicht der Industriebarone wollte in ihrem Leben mit der Aristokratie gleichziehen und baute folglich ihre Residenzen im Stil von Adelsschlössern. Die Aussiger Creme de la Creme ließ sich ihre Villen von den Stararchitekten ihrer Zeit entwerfen. Besonders beliebt waren die Wiener Schöpfer. Viele Villen haben bis auf den heutigen Tag ihre einstige Noblesse bewahrt und verraten viel über gesellschaftliche Stellung, Lebensstil und Geschmack ihrer Besitzer.

Die königliche Freistadt Ústí nad Labem liegt in der reizvollen Landschaft des Elbtals mit dem Böhmischen Mittelgebirge unweit der romantischen Felsen des Elbsandsteingebirges und lehnt sich an den Fuß des Erzgebirges. Die Stadt und ihre nahe Umgebung gehören zu den ältesten besiedelten Gebieten Böhmens. Durch das Flusstal der Bilina zogen vor 25 000 Jahren Mammutjäger und seither war die Aussiger Umgebung ständig besiedelt. Die ganz frühe sowie moderne Geschichte der Stadt Ústí nad Labem werden von den wichtigsten Dominanten der Stadt repräsentiert, zu denen uns die Route „Die Goldenen Vier“ bringt. Die Maria-Himmelfahrt-Kirche, das Aussichtsschlösschen Větruše, die Burg Střekov und die Marienbrücke sind heute markante Wahrzeichen der Stadt, die uralte Vergangenheit mit unserer Gegenwart verknüpfen.

Das sich zwischen den malerischen Gipfeln des Böhmischen Mittelgebirges dahin windende Elbtal wurde seit dem Mittelalter als Teil des Böhmischen Paradieses oder als Garten Böhmens bezeichnet. Die fruchtbare Landschaft ist voll von malerischen Blicken und romantischen Erlebnissen, die sowohl Tausenden von schlichten Besuchern, aber auch einer Unzahl von bedeutenden Persönlichkeiten mit häufigen und reichen Inspirationen bedachten. Gerade die Werke dieser berühmten Künstler haben uns ein Zeugnis von der Landschaft und ihren Wandlungen hinterlassen. Nicht nur das, in einer Reihe bedeutender und berühmter Werke findet man sogar eine unmittelbare Inspiration wieder, ohne die sie gar nicht entstanden wären. Unter den Elbtalpilgern findet man nebeneinander die Dichter Johann Wolfgang Goethe und Karel Hynek Mácha, den dänischen Märchendichter Hans Christian Andersen, die Romanciers Karl May und Vladimír Páral, die Komponisten Richard Wagner und Bedřich Smetana. Durch das Elbtal sind auch hunderte von dramatischen Künstlern gegangen, die berühmtesten davon waren die Schauspielerin Marlene Dietrich oder der Kameramann Frank Planer. Und natürlich sind da auch die Maler, Grafiker und Fotografen, die schon seit dem ausgehenden 18. Jh. systematisch die Landschaft und ihre Geschichten im Wandel der Zeiten und Kunststile festgehalten haben. Deshalb erhielt diese Route den Namen „Künstlerpfad“. Der soll nicht nur an die ruhmvolle Vergangenheit erinnern, sondern den heutigen Besuchern auch eine neue Inspiration sein.

MUSEEN UND SAMMLUNGEN

Das Thema wurde ursprünglich in Form von gedrucktem Material vom Verkehrsbüro beim Magistrat der Stadt Ústí nad Labem herausgegeben. Die vorliegende Web-Applikation überführt das ursprüngliche Material in eine interaktive Kartenform und ergänzt es durch neu aufgenommene Fotos, GPS und weitere aktualisierte Informationen.

Gedrucktes Material in PDF erhältlich HIER.

AUSSICHTSPUNKTE

Die Aussichtspunkte wurden von der Abteilung GIS durch eigene Geländeerkundung im Bezirk Ústí nad Labem im Zuge der Beschaffung gebietsanalytischer Unterlagen ausfindig gemacht. Es handelt sich um öffentlich zugängige Stellen, deren erhöhte Lage im Gelände (Berggipfel, Hanglage) oder im Rahmen eines Gebäudes (Aussichtsturm o.ä) den Überblick über einen bedeutenden und attraktiven Teil des umliegenden Geländes ermöglicht. Die Kartenpunkte der Aussichtsstellen wurden in dieser Applikation mit Fotos, GPS, Meereshöhe und weiteren Informationen vervollständigt. Die Nummerierung der Stellen ist zufällig.

AUSFLUGSTIPPS

Die Ausflugstipps hat die Abteilung GIS auf der Grundlage der eigenen Erkundung des Gebiets, der Empfehlungen der örtlichen Bevölkerung und unterschiedlichster Werbematerialien entworfen. Es handelt sich vor allem um touristisch attraktive Orte in Städten und in der offenen Landschaft, die aus kultureller, historischer oder natürlicher Sicht interessant sind. Die einzelnen Orte sind stets um eine kurze Beschreibung, Fotos, GPS-Daten und gegebenenfalls Webseiten ergänzt. Die Nummerierung der Orte erfolgte nach dem Zufallsprinzip.

LEHRPFADE

Die Lehrpfade machen den Besucher mit interessanten Zusammenhängen aus Naturwissenschaft und Kultur im Bezirk Ústí nad Labem bekannt. Auf den Routen der Lehrpfade befinden sich sog. Stationen mit Info-Tafeln, auf denen Stationsnummer, Beschreibung des Phänomens, Illustrationen, Kartenausschnitte und weitere Informationen befinden. Die vorliegende Applikation bietet Kartenansichten auf den Pfadverlauf einschließlich zusätzlicher Informationen und Höhenprofile. Ferner stehen Kartenpunkte der einzelnen Stationen einschließlich GPS, Meereshöhe, Fotodokumentation von Ort und Infotafel sowie weitere Angaben zur Verfügung.

Der Lehrpfad beginnt hinter dem Garagenhof in der Straße V Důlcích und führt aufwärts am Bach Střibrnický potok entlang bis in die Straße V Rokli in Stříbrnice. Auf der mühelos zu bewältigenden, nur 861 m langen Route befinden sich insgesamt 10 Infotafeln, die den Besucher mit der örtlichen Fauna und Flora, aber auch mit der Historie des eigentlichen Bertatals bekannt machen. Interessant ist hier auch der Wasserfall von Stříbrnice, im Jahr 1890 angelegt und 3,5 m hoch, ganz in der Nähe der Infotafel Nr. 7.

Der Lehrpfad beginnt am Platz Husovo náměstí in Chabařovice und führt an der Friedhofsmauer entlang zur verfüllten Grube Černá Mára, wo sich der Blick auf den See Milada auftut. An der 2,4 km langen Route, die auch für gehbehinderte Personen geeignet ist, stehen 4 Infotafeln, die sich dem Braunkohle-Untertagebau und der anschließenden komplexen Renaturierung des Gebiets widmen.

Die Achse der auf dem Dorfplatz von Zubrnice beginnenden und endenden Route wird vom Luční potok gebildet. Die Route ist knapp 2 km lang und mit 12 Infotafeln auf Tschechisch, Deutsch und Englisch versehen, die den Besucher näher mit der hiesigen Fauna und Flora bekanntmachen. Daneben finden sich hier alte Wasserbauten, die derzeit nach und nach wieder hergestellt werden.

Dieser Pfad hat einen Teil seiner Route mit dem Lehrpfad Luční potok gemeinsam. Sie trennen sich auf dem Waldweg nach ca. 1 km bei der Infotafel Nr. 3. Auf dem knapp 4 km langen Lehrpfad findet man 6 Infotafeln, die den Besucher mit der örtlichen Fauna und Flora, aber auch mit der einzigartigen Geländebeschaffenheit bekannt machen. Die Route endet wieder auf dem Dorfplatz von Zubrnice.

Der Lehrpfad beginnt auf dem Dorfplatz am Kapellchen in Brná und endet am Parkplatz bei der Burg Střekov. Auf dieser 8,5 km langen mittelschweren Strecke werden die Besucher von 15 Infotafeln über Felsmorphologie sowie die hiesige Fauna und Flora informiert. Am Pfad stößt man auf mehrere panoramatische Aussichten ins Elbtal; am eindrucksvollsten ist der Blick vom Gipfel des Vysoký Ostrý.

Der Lehrpfad beginnt auf dem Galgenhügel bei der mittelalterlichen Richtstatt, die ihrem Zweck bis Ende das 18. Jahrhunderts gedient hat, und endet im Gelände des Aussiger Untergrunds. Auf der 370 m langen Route wird der Besucher von 5 Infotafeln übe die Natur und Geologie auf dem Gebiet in Kenntnis gesetzt, aber auch über bedeutende historische Ereignisse.

Der durch die von geschütztem mesozoischen Sandstein gebildete Felsstadt führende Lehrpfad besteht aus zwei Rundwegen, die beide am Touristenwegweiser Skalní náměstí beginnen. Während der große Rundweg den Besucher über eine ca. 1 km lange Route durch die Felsstadt zur Touristenhütte in Tisá führt, bringt ihn der kleine, knapp 800 m lange Weg durch den Westteil der Tyssaer Wände. Neun Infotafeln auf Tschechisch und Deutsch machen den Besucher mit den geologischen Verhältnissen, Fauna und Flora bekannt, aber auch mit Historie und Bergsteigen. Der Weg ist nur für Fußgänger, wobei er eine mittlere Anstrengung erfordert und nicht für gehbehinderte Personen geeignet ist.

Der Lehrpfad beginnt auf dem Gelände Větruše und an der 4,5 km langen Route befinden sich einige interessante Orte wie die Humboldt-Aussicht, der Vaňovský / Wannower Wasserfall oder die Aussicht Vrkoč. Auf 9 Infotafeln wird der Besucher mit Natur und Geologie des Gebiets oder auch mit der Historie des Lehrpfads bekannt gemacht. Neben einigen Aussichten auf Elbtal und Burg Střekov findet man am Pfad auch weite Basaltfelder, die als Steinerne Meere bekannt sind.

Der Lehrpfad beginnt beim Děčínský Sněžník (Hohen Schneeberg), wo man einen schönen Ausblick auf das Böhmische Mittelgebirge genießen kann. Auf der über 25 km langen Route warten 22 tschechisch-deutsche Infotafeln auf den Besucher, um ihm mit der hiesigen Natur und Geologie des Gebiets, aber auch mit Ereignissen bekannt zu machen, die mehr oder weniger starke Auswirkungen auf die hiesige Landschaft und ihre Bewohner hatten. Der Pfad endet am Touristenwegweiser in der Ortschaft Adolfov in einer Höhe von 752 m ü. M. Auf dem Gebiet des Bezirks Ústí nad Labem beginnt der Lehrpfad in der Ortschaft Ostrov bei Tisá mit der Infotafel Nr. 7.